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Vorlesung 1: Muskelarchitektur und Myofaszialer Apparat

Lernziele

  1. die Bedeutung bindegewebiger Faszienstrukturen an typischen Beispielen (z. B. allg. Muskelfaszie, Fascia thoracolumbalis, Aponeurosen) und deren funktionelle Bedeutung (Proprioception, Kraftentwicklung, Schmerzen) im Bewegungsapparat darlegen können. (MC) (SMPP)
  2. die verschiedenen Muskelformen (z. B. platt, spindelförmig, mehrbäuchig, ...) exemplarisch beschreiben können. (MC)
  3. die innere Skelettmuskelarchitektur aus Einzelfasern, Primär- (>50 Fasern) und Sekundärfaserbündeln (>250 Fasern, vgl. Fleischfasern) verstehen und funktionell darlegen können. (MC)
  4. die anatomische und funktionelle Bedeutung der tendo-ligamentären Verbindungsstrukturen zwischen Muskel, Sehne und Knochen ("Enthesen") anhand von typischen Beispielen (z. B. Sehnen-Knochenansätze, Aponeurosen, Retinacula, etc.) des Muskuloskelettalen Systems verstehen und erläutern können. (MC) (SMPP)


Lernziel 1

bindegewebige Faszienstrukturen

Funktion der Faszie

Lernziel 2

verschiedene Muskelformen

Lernziel 3

innere Skelettmuskelarchitektur

Lernziel 4

tendo-ligamentäre Verbindungsstrukturen



weitere Notizen

Anatomischer vs Physiologischer Muskelquerschnitt
Der anatomische Muskelquerschnitt steht senkrecht zum gesamten Muskel an seiner dicksten Stelle, während der physiologische Querschnitt senkrecht zur Verlaufsrichtung der einzelnen Muskelfasern steht. Die Anzahl der Fasern bei diesen beiden Querschnitten stimmen nur bei parallelfaserigen Muskeln überein, wenn die Verlaufsrichtung der Fasern nicht mit der des gesamten Muskels übereinstimmt, ergibt sich meist ein geringerer anatomischer Querschnitt der Muskeln.
Der physiologische Querschnitt bestimmt die Muskelkraft.

Hubhöhe und Hubkraft
Die Hubkraft ist die in Sehnenrichtung letztlich wirkende Kraft, welche bei parallelfasrigen Muskeln dem physiologischen und anatomischen Querschnitt entspricht. Bei gefiederten Muskeln nimmt diese Kraft mit steigendem Fiederungswinkel auf jede einzelne Muskelfaser bezogen ab, jedoch wird dies durch die größere Menge ansetzender Fasern mehr als kompensiert.
Die Hubhöhe ist die maximale Kontraktionsverkürzung. Diese ist abhängig von der Länge der einzelnen Sarkomere, bei denen theretisch eine Verkürzung von 60% möglich ist, praktisch jedoch nur die Hälfte erreicht wird. Je größer der Fiederungswinkel ist, desto größer ist diese.

Verbindung der einzelnen Muskelfasern
In langen Muskeln sind einzelne Muskelfasern entweder über Zwischensehnen oder End-to-End miteinander Verbunden. Bei Auffächerungen kann eine Muskelfaser auch an der Seite einer anderen Faser ansetzen.

Raphe Musculi - Bindegewebsstrang an dem von zwei Seiten Muskelfasern einstrahlen, in Mund und Rachenbereich